An Atlas of Commoning

Orte des Gemeinschaffens


Datum 22.06.2018-26.08.2018 Termin merken
Location
Kunstraum Kreuzberg / Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
12-19 Uhr
Ausstellung
URL http://www.kunstraumkreuzberg.de

Facebook, Airbnb & Co., deren Geschäftsmodell auf der Kommerzialisierung sozialer Beziehun­gen basiert, haben Begriffe wie Community oder Sharing in leere Wort­hülsen verwandelt. Konzepte wie ‚Wir‘ oder ‚Teilen‘ stehen nicht mehr für Solidarität oder eine progressi­ve politische Agenda, sondern bilden die Grundlage des aufkommenden Platt­formkapita­lismus. Begleitet wird diese ökonomische Entwicklung von einer weltweiten politischen Wende, die sich aus überkommenen Gemeinschaftsvorstellungen von Identität und Zuge­hörigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung speist.

Vor diesem Hintergrund will das Ausstellungs- und Publikationsprojekt An Atlas of Commoning den offenen und emanzipatorischen Raum des Wir zurückerobern und neu definieren. Das Projekt fokussiert dabei auf städtische Gemeingüter, die heute jedoch weit mehr als die traditionellen Allmenden umfassen und sich auch auf immaterielle Bereiche wie Wissen, Daten und Governance erstrecken. Unter Gemeingut wird hier die Schaffung und Bewirtschaftung (materieller und immaterieller) kollektiver Ressourcen und Räume verstanden, die die Grundlage demokratischer Teilhabe bilden.

Diese Bedeutungsverschiebung bringt die Wortneuschöpfung ‚commoning‘ beziehungs­weise ‚gemeinschaffen‘ als Verb zum Ausdruck. Gemeinschaffen ist ein Prozess der Aus­handlung von Unterschieden und Konflikten zwischen Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft. Ein Prozess der räumlichen Organisation der Beziehungen zwischen Pro­duktion und Reproduktion, Eigentum und Zugang zu Ressourcen. Ein Prozess, in dem So­lidaritätsnetzwerke geknüpft und die individuellen und kollektiven Rechte neu definiert werden. Das Projekt stellt somit die vorherrschenden sozialen und politischen Strukturen in Frage und sucht nach neuen Formen der kollektiven und dennoch pluralistischen Governance.


Rezension

16.2018

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