Ein Spritzer Gelb

Peter Märkli in Dominica

Text: Geipel, Kaye, Berlin

    Das Grundstück auf einer Insel der Kleinen Antillen ist umstanden von Wäldern. Für Peter Märkli gehört zu dem kleinen Haus auch ein Baum. Eine Palme schmiegt sich an den aufgeständerten Holzbau. Modell: Peter Märkli

    Das Grundstück auf einer Insel der Kleinen Antillen ist umstanden von Wäldern. Für Peter Märkli gehört zu dem kleinen Haus auch ein Baum. Eine Palme schmiegt sich an den aufgeständerten Holzbau.

    Modell: Peter Märkli

    Skizze: Peter Märkli

    Skizze: Peter Märkli

    Skizze: Peter Märkli

    Skizze: Peter Märkli

Ein Spritzer Gelb

Peter Märkli in Dominica

Text: Geipel, Kaye, Berlin

Alles was wir erfinden ist wahr, sagt Peter Märkli. Die Skizzen des Schweizer Architekten sind der kürzeste und anschaulichste Weg zu solch einer Wahrheit. Weil sie deutlich machen, wie unmittelbar die Verbindung zwischen Entwurfsidee und Ausführung funktionieren kann, sind sie selbst ein Ereignis. Märklis Buch über seine Bauten, das jetzt im Quart Verlag erschien, zeigt viele solcher Skizzen. Das Buch liegt seit Wochen auf meinem Schreibtisch und die Entscheidung, eine der Skizzen zu zeigen, fiel mir schwer. Ausgewählt habe ich eine Zeichnung, ein Modell und einen Grundriss für ein kleines Wohnhaus auf der Insel Dominica auf den Kleinen Antillen. Das Haus entwarf Peter Märkli 1991 für ein Paar. Die Auftraggeber kamen aus Zürich und aus Dominica und besaßen in einer abgelegenen Bucht etwas Land. Das Grundstück ist nicht besonders groß, aber es hat Zugang zum Meer und ist umstanden von Bananenbäumen. Märkli entwirft, ohne den Ort zu kennen. Fotos und Landkarten haben ihm genügt. Es entsteht ein auf vier Mauern aufgeständerter Holzbau ohne Verglasung und ohne Heizung. Das ist angesichts des Klimas nicht nötig. Drei kleine Zimmer liegen entlang einer gedeckten Terrasse, die den Wohnraum ausmachen, mit Blick zum Meer. Zum Wald hin liegt eine schmälere, der Küche vorgelagerte Terasse. Es gibt keine Flure, nur die beiden gedeckten Bereiche und zwei schmale Holzstiege, die zu den Terrassen führen. Das flach geneigte Dach besteht aus gestrichenem Wellblech. Gelb blitzt es auf, wenn man sich seinen Weg über die bewaldeten Hügel zur Bucht hinunter bahnt. Zu den Planungsunterlagen gehört ein Blatt mit unterschiedlichen Farbproben für das Dach. Kadmiumgelb, Titangelb und Zinkgelb stehen zur Wahl. Ein kleines Haus als gelber Leuchtturm im Wald und gleichzeitig ein Ausguck zum Meer - schon aus diesem Grund mag ich dieses Projekt. Gebaut wurde es leider nicht.
Fakten
Architekten Märkli, Peter, Zürich
aus Bauwelt 21.2017
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