Bauwelt

Architekturbüros

Editorial

Text: Ballhausen, Nils, Berlin; Spix, Sebastian, Berlin

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    1. Frage: In welches fensterlose Büro in Tokio blicken wir hier?
    Yasuhiro TAKAGI

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Architekturbüros

Editorial

Text: Ballhausen, Nils, Berlin; Spix, Sebastian, Berlin

Wie sieht es eigentlich bei denen aus, die täglich über gutes Bauen nachdenken? Um das herauszufinden, haben wir im Sommer über 200 Architekten gebeten, uns dreierlei zuzusenden: ein Foto des Gebäudes, in dem sich ihr Büro befindet; ein Innenraumfoto; eine Grundrisszeichnung im Maßstab 1:100, in der die Arbeitsplätze der Inhaber markiert sind.
Das Ganze war ursprünglich als Appendix einer Ausgabe über neue Bürowelten gedacht, aber der Rücklauf war so reichhaltig, dass das Thema immer mehr Raum forderte. Schnell lagen dreißig, vierzig Lieferungen vor, inzwischen sind es an die hundert – zuviel für eine einzige Bauwelt-Ausgabe. Siebzehn Architekturbüros müssen vorerst genügen, um die Vielfalt abzubilden.
Bei der Durchsicht des Materials fiel uns auf, dass die Innenaufnahmen – unabhängig von Lage und Größe des Büros – schwierig auseinander zu halten sind. Zu ähnlich die Ausstattung, zu verwandt die Atmosphäre, so als hätte sich die Architektenschaft auf eine international verbriefte Corporate Iden­-
tity verständigt. Das mag einerseits an der Auswahl der Büros liegen, deren Arbeit mehr als einmal in der Bauwelt gewür­digt worden ist; andererseits dürften berufsspezifische Funktionen (Modellbaulager, Mustersammlung, Hängefläche) und Codes (of­fe­ner Raum, klare Linien, weiße Oberflächen) zu ähnlichen Lösungen geführt haben. Die Innenaufnahmen haben wir auf www.bauwelt.de aufbereitet.
Grundrisszeichnungen brauchen Papier. Wir haben sie alle im selben Maßstab abgebildet, um Vergleichbarkeit herzustellen. Interessante Architektur lässt sich im Wolkenkratzer ebenso wie in der hergerichteten Bauernkate erdenken. Aber wie organisieren sich die Architekturbüros in der jeweiligen Fläche? Und welchen (strategisch wichtigen?) Arbeitsplatz nehmen die Chefs ein?
Die Außenaufnahmen der Gebäude hätten eigentlich die „ortlosen“ Interieurs und die Zeichnungen nur begleiten sollen. Vielleicht sind sie es aber, die die Unterschiedlichkeit der Büros am besten illustrieren. Deswegen nehmen diese Bilder einen solch großen Raum im Heft ein. Die Immobilie, in der Architekten arbeiten und Besuch empfangen, hat eine besondere Bedeutung. Es ist nicht nur ein Gehäuse, es ist ein Statement. „Polyglott“, „bodenständig“, „verspielt“, „nüchtern“, „trash­ig“, „klar“, „ironisch“, „ehrlich“, „unberechenbar“, „seriös“ – zahllose weitere Adjektive mag der Betrachter aus dem Anblick dieser Bauten ableiten und womöglich mit dem Werk der Architekten abgleichen. Wir möchten uns der Deutung enthalten und nennen hier lediglich die Anschriften.
Und was passiert mit all dem Material, das wir nicht in diesem Heft zeigen konnten? Wir möchten ein Buch daraus machen.

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