Auf Stromsuche

Beatrix Flagner hat an Weihnachten in ihrem Elternhaus leider nicht ihre alte Kerzensammlung gefunden.

Text: Flagner, Beatrix, Berlin

Beatrix Flagner hat an Weihnachten in ihrem Elternhaus leider nicht ihre alte Kerzensammlung gefunden.

Beatrix Flagner hat an Weihnachten in ihrem Elternhaus leider nicht ihre alte Kerzensammlung gefunden.


Auf Stromsuche

Beatrix Flagner hat an Weihnachten in ihrem Elternhaus leider nicht ihre alte Kerzensammlung gefunden.

Text: Flagner, Beatrix, Berlin

Auch mich erreichte kurz vor Weihnachten die E-Mail meines Stromanbieters mit der Nachricht, dass die Stromlieferung auf Grund von „historisch einmaligen Preisentwicklungen im Strommarkt“ mit sofortiger Wirkung eingestellt wurde. Die Preise hätten sich um über 400 Prozent erhöht und der Strom könne nicht mehr zu den vereinbarten Konditionen von den Hauptstromlieferanten abgenommen werden.
Ende letzten Jahres haben nach Angaben der Bundesnetzagentur 39 Energielieferanten die Beendigung der Belieferung angekündigt. Kurz darauf kamen die ersten Meldungen über Anbieter, die derzeit keine neuen Kunden aufnehmen, oder über einspringende Grundversorger, die viel zu hohe Abschläge ansetzen. Die Stadtwerke Gütersloh haben sogar die Preise für alle Neukunden angezogen, da sie ja nun frühere Stromio-Kunden mitversorgen müssen.
2022 werden die mächtig gestiegenen Strom- und Gaspreise auf einige Verbraucherinnen einprasseln: Fast vierhundert Versorger haben bis jetzt Preiserhöhungen angekündigt, die auf mindestens vier Millionen Haushalte zukommen. Laut Reuters liegen die Zuschläge im Durchschnitt bei 63 Prozent, bei einem 4-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von rund 5000
Kilowattstunden bedeutet das zusätzliche Kosten von über 1000 Euro pro Jahr.
Die hohen Preise liegen auch am drastischen Rückstand der Nutzung der erneuerbaren Energien. Im vergangenen Jahr erlebte die Stromproduktion aus Windkraftanlagen bisher den größten Einbruch. Die Gründe dafür sind eine insgesamt höhere Stromerzeugung, weniger Starkwinde und ein weiterhin schwacher Zubau. Wenn, wie im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung festgeschrieben, bis 2030 achtzig Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen soll – und der Anteil am Stromverbrauch lag 2021 bei circa 42 Prozent –, muss sich für dieses Ziel der erneuerbare Anteil in den nächsten acht Jahren fast verdoppeln.
Die Energie- und Stromkosten werden 2022 die Preistreiber fürs Wohnen sein, so viel steht fest. Übrigens: Einen neuen, auch nur ansatzweise so günstigen Anbieter konnte ich bis bisher nicht finden.

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