Das Chamäleon
Die Klugen unter den Schönen
Text: Kuczia, Piotr; Osnabrück
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Fotos: Juliusz Sokołowski
Fotos: Juliusz Sokołowski
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Fotos: Juliusz Sokołowski
Fotos: Juliusz Sokołowski
Die auf den ersten Blick ungewöhnliche Form des Hauses am Łąka-See bei Pszczyna in Oberschlesien ist durchweg (öko-)logisch begründet: Entscheidend für den Entwurf waren die Grundstückslage, die Funktionen sowie eine solare Energienutzung.
Es gab aber auch rein architektonische Intentionen: In der Außenansicht symmetrisch geordnet, findet man – ähnlich wie bei den meisten höheren Lebewesen – im Inneren des Hauses asymmetrisch geordnete Funktions- bereiche.
Der im Grundriss quadratische, eingeschossige Wohnbereich ist außen mit Brettern aus rohem Lärchenholz verkleidet. Wie ein Chamäleon nimmt er die Farben der umgrenzenden Wiesen auf – passend zum Namen der Ortschaft Łąka, die ins Deutsche übersetzt Wiese heißt. Die Fensterlaibungen wurden mit Faserzementplatten umschlossen, so gleichen sie Bilderrahmen, die die bäuerliche Landschaft einfassen. Bäume und Büsche verdecken den nah liegenden Stausee teilweise. Nur der hohe, dreigeschossige Teil ragt darüber hinaus; von ihm aus kann man aufs Wasser sehen. Ebenfalls mit anthrazitfarbenen Faserzementplatten bedeckt, ist er gen Süden abgesenkt – achtzig Prozent der Außenhaut des Hauses sind so zur Sonne ausgerichtet. Sobald die scheint, wärmt sich die dunkle Fassadenbekleidung auf, der Wärmeabfluss nach außen wird reduziert.
In dieser „Black Box“ befinden sich das Arbeitsstudio mit Galerie und ein Gästezimmer mit Aussichtsfenster. Herzstück des Hauses ist jedoch das verglaste Atrium, obendrein trägt es zur passiven Solargewinnung bei. Optimal zur Sonne geneigte Dachflächen nehmen die Sonnenkollektoren auf, die in Zukunft noch durch eine Fotovoltaikanlage ergänzt werden.
Niedrige Lebenszykluskosten mit einer Reduzierung der Baukosten zu kombinieren, war eines der Hauptziele des Entwurfs. Durch einfache Ausführung, traditionelle Bautechniken und regionale Baustoffe, durchdachte Details sowie manche Synergieefekte waren – trotz Ausstattung mit aufwändiger Passivhaustechnologie – Einsparungen für den Bauherrn möglich. Am Ende kostete das Haus nicht mehr als ein konventionelles Einfamilienhaus in Polen.
Aus dem Polnischen von Marcin Zastrożny
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