Bauwelt

Montessori Architecture

A Design Instrument for Schools

Text: Amabile, Luigiemanuele, Neapel

Eventteaser Image
  • Social Media Items Social Media Items

  • Social Media Items Social Media Items


Montessori Architecture

A Design Instrument for Schools

Text: Amabile, Luigiemanuele, Neapel

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war Maria Montessori persönlich in die Gestaltung von Schulgebäuden involviert, die ihren Bildungstheorien und der daraus resultierenden Raumorganisation architektonisch gerecht werden sollten. „Montessori Architecture“ präsentiert solche Ideen und taucht in den Bereich der architektonischen Gestaltung, des Baus und des Materialgebrauchs in Bildungsräumen ein, die von Montessoris Pädagogik inspiriert sind. Durch die Erforschung räumlicher und gestalterischer Prinzipien, die Vorstellung detaillierter Fallstudien und die Extrahierung wiederkehrender architektonischer Muster bietet das Buch eine Vielzahl von Informationen und praktischen Ratschlägen für die Gestaltung von Schulgebäuden.
Eine der größten Stärken des Buches liegt in seiner umfassenden Abdeckung der architek-tonischen Aspekte von Montessoris Pädagogik. Durch die Betonung des kind-zentrierten Ansatzes und der Bedeutung vorbereiteter Lernumgebungen, wie sie von Montessori in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen wurden, zielt das Buch darauf ab, die Pädagogik mit architektonischen Gestaltungsentscheidungen zu verbinden. Es geht über die einfache Aufstellung eines Gestaltungsansatzes hinaus und bietet praktische Anleitungen für den Entwurf von Kindergärten und Schulen. Dadurch wirdes zu einer wertvollen Ressource für Architekten, Designer und Pädagogen, mit einer klaren Sprache, die einen gemeinsamen Diskussionsrahmen definiert, auf den sich verschiede-ne Fachleute beziehen können. Die Aufnahme von neun detaillierten Fallstudien, begleitet von Fotografien, Plänen und prägnanten Beschreibungen, liefert den Lesern realitätsnahe Beispiele für Montessori-inspirierte Architektur in verschiedenen Umgebungen. Die Auswahl von Fallstudien aus Europa und tropischen Ländern erweitert die globale Perspektive des Buches und zeigt, wie die Prinzipien in verschiedenen kulturellen Kontexten angewendet werden können, ohne den Kontakt zur lokalen Kultur zu verlieren. Als Ergebnis dieses analytischen Ansatzes präsentiert das Buch 28 wiederkehrende architektonische „Pattern“, Muster, die in den ausgewählten Beispielen beobachtet wurden: von der Organisation miteinander verbundener Räume über die Vermeidung von Korridoren bis hin zur korrekten Ausrichtung der Räume und den akustischen und klimatischen Aspekten der Lernumgebung. Die Identifizierung dieser typischen Merkmale erhöht das Potenzial des Buches als Nachschlagewerk.
Der Begriff „Pattern“ wurde 1977 von Christopher Alexander in seinem Werk „A Pattern Language“ verwendet und demonstrierte die eher positivistische Idee, dass Architektur durch die Definition einer Kombination wiederkehrender Einschränkungen entworfen werden kann. Dass die versteckten Pattern in diesen Schulen aufgedeckt und zu sortieren versucht werden, inspiriert nicht nur eine Methode zur Erkundung architektonischer Typologien, sondern könnte auch Architekten anregen, diese Prinzipien aktiv in der Schulgestaltung zu nutzen. Das Buch wirft jedoch die Frage auf, ob es eine spezifische architektonische Typologie gibt, die mit Montessori-inspirierten Räumen in Verbindung gebracht werden kann. Während das Fehlen einer lesbaren Typologie die Anpassungsfähigkeit dieser Umgebungen widerspiegeln mag, hätte ein präziserer Einblick in den Generierungsprozess und die resultierenden räumlichen Proportionen und Dimensionen – mit Hilfe von Modellen oder Bildern – dem Leser klarere Orientierung gegeben.
Zusammenfassend ist „Montessori Architecture“ eine beeindruckende Erkundung der architektonischen Gestaltung, die auf Montessoris pädagogischer Philosophie basiert. Während das Buch die Frage offen lässt, ob es heute noch möglich ist, Pattern zu verwenden, um Architektur zu replizieren, und ob es möglicherweise fruchtbarer wäre, auf die lokale architektonische Kultur anstatt auf eine aufgezwungene architektonische Bildsprache zu reagieren, ist ihr Potenzial, die entwurfliche Praxis zu inspirieren, unbestreitbar. Das letzte Wort liegt bei den Architekten und der Art und Weise, wie sie diesen Rat nutzen.
Fakten
Autor / Herausgeber Von Steve Lawrence and Benjamin Staehli
Verlag Park Books
Zum Buchshop
aus Bauwelt 3.2024
Artikel als pdf

0 Kommentare


loading
x
loading

4.2024

Das aktuelle Heft

Bauwelt Newsletter

Das Wichtigste der Woche. Dazu: aktuelle Jobangebote, Auslobungen und Termine. Immer freitags – kostenlos und jederzeit wieder kündbar.