Roadmap für das Bauhaus Erde

Philipp Misselwitz über ökologische Prototypen, zirkuläre Bioregionen und die Macht der Bauwirtschaft

Text: Stumm, Alexander, Berlin

    Philipp Misselwitz
    Foto: Monika Keiler

    Philipp Misselwitz

    Foto: Monika Keiler

    Der Prototyp des Solar Greenhouse entstand am Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) Valldaura Labs mit Hilfe eines interdisziplinären Teams unter Leitung von Vicente Guallart und Daniel Ibañez.
    Foto: Adria Goula

    Der Prototyp des Solar Greenhouse entstand am Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) Valldaura Labs mit Hilfe eines interdisziplinären Teams unter Leitung von Vicente Guallart und Daniel Ibañez.

    Foto: Adria Goula

    Das verwendete Pinienholz wurde vor Ort im Naturpark Collserola vor den Toren Barcelonas nachhaltig gewonnen.
    Foto: Adria Goula

    Das verwendete Pinienholz wurde vor Ort im Naturpark Collserola vor den Toren Barcelonas nachhaltig gewonnen.

    Foto: Adria Goula

    Das Gewächshaus nutzt aktiv und passiv Solarenergie und dient dem Anbau von Lebensmitteln, um Transportwege und Stadt-Land-Abhängigkeiten zu verringern.
    Foto: Adria Goula

    Das Gewächshaus nutzt aktiv und passiv Solarenergie und dient dem Anbau von Lebensmitteln, um Transportwege und Stadt-Land-Abhängigkeiten zu verringern.

    Foto: Adria Goula

Roadmap für das Bauhaus Erde

Philipp Misselwitz über ökologische Prototypen, zirkuläre Bioregionen und die Macht der Bauwirtschaft

Text: Stumm, Alexander, Berlin

Sie sind seit einem Jahr Geschäftsführer von Bauhaus Erde. Kurz zur Vorgeschichte: Wie kam die Idee auf?
Die Gründungsidee geht zurück auf das Manifest „Das Haus der Erde“ des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA am 25. Mai 2019. Ein wichtiger Unterstützer des Papiers war der Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Hans Joachim Schellnhuber. Er diskutierte die Thesen mit Ursula von der Leyen und regte an, daraus eine europäische Initiative zu entwickeln. Überraschenderweise hat sie den Vorschlag aufgegriffen und am 16. September 2020 das Neue Europäische Bauhaus zur Chefsache erklärt. „Bauhaus der Erde“ ist der Titel der sogenannten „Erklärung von Caputh“ vom 16. Dezember 2019, ist also früher formuliert und von einem Initiativkreis unserer Institution – Politikerinnen, Klimaforschern und Architektinnen – unterschrieben. Der Name ist eine Referenz an 100 Jahre Bauhaus. Es will die Fragen unserer Zeit mit einer Gesellschaftsrevolution beantworten, in der Design eine entscheidende Rolle spielt. Die offizielle Gründung fand 2020 statt, seit April 2021 sind wir aktiv. Seit 2022 heißen wir Bauhaus Erde, übersetzt Bauhaus Earth und Bauhaus Terra.
Es gibt starke Überschneidungen zwischen dem Neuen Europäischen Bauhaus und dem Bauhaus Erde. Neben dem Bezug zum Bauhaus ist das eine ähnliche Besetzung des Beirats: Hans Joachim Schellnhuber, Annalena Baerbock, Ursula von der Leyen, Monika Grütters, Annette Hillebrandt, Volker Schlöndorff, Werner Sobek und andere.
Die genannten Personen sind Teil des Initiativkreises vom Bauhaus der Erde. Inzwischen entwickeln wir uns weiter und finden neue Kooperationspartner. Wir sind eine gGmbh, also eine unabhängie gemeinnützige Organisation, mit Hauptsitz in Potsdam und Berlin. Schellnhuber und ich sind Hauptgeschäftsführer und haben derzeit 15 Mitarbeitende. In völliger Unterscheidung zum Neuen Europäischen Bauhaus verstehen wir uns nicht als offene Plattform, die unterschiedliche Akteure, Festivals und Workshops unterstützt, sondern als konkrete Initiative mit eigener Roadmap. Unsere Perspektive ist nicht europäisch, sondern global.
Wir sind eine eigenständige Struktur, die sich parallel entwickelt. Es gibt aber auch Überschneidungen, zum Beispiel das Spin-Off Projekt „Wood4Bauhaus“, ein Netzwerk von Architektinnen, Designerinnen und Vertretern der Holzbauwirtschaft.
Welche Ziele setzen Sie sich mit dem Bauhaus Erde?
Wir sind Think Tank und Lab. Es gibt viele Forschungen zu regenerativen oder neuen Komposit-Baumaterialen, so bei den Fraunhofer Instituten oder den Leibnitz Instituten. Als unsere Aufgabe begreifen wir die Lücke von Forschung zu Anwendung zu schließen. Deswegen geht es auch ums Experimentieren und Prototypisieren. Konkret eröffnen wir im Sommer 2022 ein Lab in einem alten Gaswerk in Marienpark im Süden Berlins, eine 600 Quadratmeter große Werkhalle mit dazugehörigen Büros. In der Designforschung beschäftigen wir uns mit Assembly und der Zusammenfügung von neuen Materialansätzen in der Architektur. Die Bauwende kann aber nicht nur im Gebäude selbst verhandelt werden. Ein Perspektivwechsel ist nötig: Wir müssen uns mit dem Lebenszyklus von Materialien auseinandersetzen. Wo kommen sie her, wie werden sie nachhaltig aus der Natur in einen Verarbeitungsprozess gebracht? Wie können wir sie möglichst lange in der Stadt halten, und was kommt am Ende der Verwertungskette?
Welche Schlüsse ziehen sie aus der Betrachtung des Lebenszyklus von Baustoffen?
Wir werden das 1,5 Grad Ziel aller Wahrscheinlichkeit nicht schaffen, wir laufen auf 2 bis 2,5 Grad zu. Der Bausektor ist nach wie vor massiv an dieser Krise beteiligt. Er muss sich nicht nur sehr schnell dekarbonisieren, sondern regenerativ werden. Die natürlichen Senken sind so fragil, dass sie das CO2 aus der Atmosphäre nicht werden binden können. Wir müssen über künstliche Senken nachdenken. Der Bausektor ist Teil des Problems, aber er kann auch Teil der Lösung sein. Die große Frage: wie kann das Bauen vom Klimakiller zum Klimaheiler werden
Diese Debatte über die Endlichkeit von Ressourcen ist nun nicht neu, sie wird spätestens seit dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome 1972 geführt.
Die Krise des Anthropozäns berührt das Verhältnis von Mensch und Natur fundamental. Es gibt viele Vordenker. Das Narrativ war aber nie stark genug, um zu einer Bauwende zu führen. Jetzt, an einem Zeitpunkt fortgeschrittener Krise, ist das Klima zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden. Wir haben die Zukunft massiv geschädigt. Wir müssen sie jetzt reparieren. Anstatt auf vollkommen unerforschte Geoengineering-
Lösungen zu setzen, für welche wieder massiv Energie aufgewendet werden muss, sollten wir das Bauen nutzen, um Städte als CO2-Senken zu konzipieren.
Das Bauhaus Erde hat einen globalen Anspruch, um die Welt zu retten. Ist das nicht sehr hoch gegriffen?
In Europa geht es um Reduktion und Suffizienz, der Neubau muss die Ausnahme sein. Regionen wie Südostasien oder Subsahara-Afrika dagegen erfahren den größten Urbanisierungsprozess der Menschheit. Wir rechnen mit zwei bis drei Milliarden Menschen, die in den nächsten Jahren in verdichteten Räumen neu bauen werden. Sie haben einen Anspruch darauf, in Würde zu leben. Wir können ihnen nicht sagen: „Hört auf zu bauen“. Wenn aber mineralische Baustoffe verwendet werden, ist der Kampf gegen den Klimawandel verloren. Das Narrativ der Bauwende muss sich also in Gesellschaften verankern, die die Klimakrise nicht verursacht haben und sich zu Recht nicht verantwortlich fühlen.
Es gilt, Akteure global zu vernetzen und zu stärken. Wir planen dafür die „Global Regenerative Building Challenge“, in der wir zwölf Initiativen als Lernnetzwerk zusammenschließen, um über regionale Materialien und Wirtschaftskreisläufe zu arbeiten. Ein Beispiel: Das Projekt 1000 Bamboo Villages in Kalimantan, Indonesien, hat ein einfaches Verfahren entwickelt, Bambus – ein schnell wachsendes Gras mit hohem CO2-Speicherpotential – in modulare Grundbausteine wie Platten zu transformieren. Damit lässt sich ähnlich arbeiten wie mit CLT in Europa. Solche Ansätze müssen in Afrika für die Adobe-Bauweise oder in Südamerika mit anderen Pflanzenarten gefördert werden. Prototypen bieten die Chance, die Sichtbarkeit zu steigern und damit eine höhere Verbreitung zu schaffen.
Brauchen wir mehr Prototpyen? Meistens hapert es doch an der Implementierung in der breiten Baupraxis.
Das stimmt. Wir müssen auch Verbindungen zu finanziellen Ressourcen für grüne Projekte schaffen. Private Investmentfonds oder der Entwicklungsprogramme meiden den Bausektor bislang, weil die Zusammenhänge zu komplex sind und empirische Grundlagen fehlen. Hier gehen Milliarden verloren. Es bedarf neuer Taxonomien. Als Teil unseres Think Tanks führen wir quantitative Daten zusammen, um globale Berechnungen anzustellen. Diese „Globale Potenzialanalyse“ ist ein Abgleich von geschätzten Bedarfen und regional verfügbaren regenerativen Angeboten. Daraus soll sich eine Roadmap entwickeln, die Vorschläge für die Förderung von Kreis­laufgedanken und lokalen Wertschöpfungsketten macht. Es bedarf einer systemischen Umstellung.
Liegt die Verantwortung beim Architekten? Zwei Beispiele: Die vom Green Deal geförderte Renovierungswelle subventioniert massiv den Ausbau von WDVS in ganz Europa – quasi den Asbest von morgen. Und die Einhaltung der Klimaziele ist kaum möglich, solange Zementwerke Ausnahmegenehmigungen für die geltenden CO2-Emissionsrichtwerte erhalten.
Gestaltung allein wird uns nicht retten. Das ist auch unsere Stoßrichtung. Wir wollen nicht nur eine neue Ästhetik propagieren, sondern systemisch herangehen. Ökologische Materialien müssen attraktiver, sprich kostengünstiger und leichter anwendbar werden. Ich würde dies aber ungern von der Ästhetik abkoppeln, halte das sogar für gefährlich. Für mich ist es eine Gesamtgestaltungsfrage. Wir trennen zu stark zwischen Architekten, Stadtentwicklerinnen und Regio­nalplanern. Das ist eine selbstverschuldete Fragmentierung.
Trotzdem: Halten wir uns nicht schon viel zu lange damit auf, eine gestalterische Lösung zu finden, wo eigentlich Gesetzgebung, also die Politik verantwortlich wäre? Die Normen und Standards werden ja von der Industrie mitgeschrieben.
Ja, die Systeme sind leider träge, es gibt viele Pfadabhängigkeiten. Es bedarf sowohl eines engagierten bottom-up Aktivismus als auch einer radikalen Wandlungsbereitschaft der regulativen Ebene. Das ist in unseren hochbürokratisierten Kontexten nicht einfach. Systemische Veränderungen passieren im Schneckentempo, weil Besitzstandswahrer und Lobbygruppen walten. Aber auch in weniger stark regulierten Ländern ist es kompliziert, weil wirtschaftliche Interessen dominieren. Die Bauwirtschaft ist von den eigenen Interessen enorm korrumpiert. Mit dem Ukrainekrieg haben wir nun die Gefahr, dass die Energiewende ins Schleudern gerät, und wir vor einem Rückschritt stehen.
Was wäre ein Ausweg?
Wir brauchen Reallabore. Wir müssen den Mut haben, auf unterschiedlichen Ebenen ergebnisoffener zu experimentieren. Auf Architektur-Ebene können junge Büros kaum neue Wege gehen, weil sie überall auf regulative Hürden stoßen. Innovation kann nur mit unglaublicher Selbstaufopferung betrieben werden. Wir brauchen Freiräume und Ausnahmemöglichkeiten. Das betrifft auch ein Neudenken der regionalen Zusammenhänge.
Sie sprechen von Bioregionen. Wie kann eine regionale Neuorganisation aussehen?
Es gelingt uns derzeit nicht, adäquate Gouvernance-Strukturen zu schaffen. Städte sind dafür zu klein. Das Bauhaus Erde versteht das urbane Gefüge im Kontext ihrer Bioregionen. Hier bietet das Konzept der IBA übrigens eine tolle Tradition, die man aber viel stärker hinsichtlich Stoffkreisläufen, Wasser, Luft, Material und regenerativen Baustoffen denken muss. Wir unterstützen die Initiative der Architektenkammern Berlin und Brandenburg, eine IBA in dieser Region zu initiieren. Die Voraussetzungen sind günstig: Eine innovative Zivilgesellschaft und reichhaltige regenerative Ressourcen. Die Wälder setzen viel Material frei, das aber derzeit absurderweise noch zu nahezu der Hälfte in Energiegewinnung gesteckt wird. Der Waldumbau spielt eine entscheidende Rolle. Es geht nicht um klassische Kiefern und erst recht nicht um Altwälder, sondern da­rum, ganz offen in die Zukunft zu denken: zum Beispiel mit Pappeln, Robinien oder manchen Gräsern, die alle schnell wachsen. Die IBA böte eine Möglichkeit, die Dinge selbst zu machen, die wir auf globaler Ebene einfordern. We have to walk the walk.
Wie unterstützt das Bauhaus Erde die Initiative der IBA Berlin Brandenburg?
Wir wollen Demonstratoren in Berlin und Brandenburg entwickeln, unter anderem unseren eigenen Hauptsitz in Potsdam. Mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Land Brandenburg sind wir dabei, einen radikal in der Region verankerten Bau zu entwickeln. Dafür kooperieren wir mit der Hochschule für Nachhaltigkeit
in Eberswalde, der TU Berlin, mit Agroforstspezialisten, Stadtökologen, dem Haus der Statistik; Mit dem Haus der Materialisierung und dem gemeinwohlorientierten Projekt Material Mafia diskutieren wir, wie man Baustoffe in der Zirkulation hält. Wir sind keine Pioniere, sondern arbeiten mit den Communities zusammen. So können wir der Politik signalisieren, wo es Probleme gibt.
Ist das Bauhaus Erde die Speerspitze des Neuen Europäischen Bauhaus?
Wir sehen uns als Partner, und unsere Interessen decken sich in gewissen Zielen. Wir sehen uns als unabhängig-kritische Begleitung der Initiative. Das NEB hat eine wichtige Rolle: Die Bauwende muss positiv besetzt werden, um die breite Gesellschaft zu erreichen. Es geht nicht um Schadensbegrenzung und Entsagung. Die Leuchtturmprojekte sind spannend, wir wünschen ihnen viel Glück. Europa wird auf diese Testbalooons schauen, und wenn es gut läuft, werden weitere Ressourcen zur Verfügung gestellt. Wir sehen aber auch die Grenzen des NEB, und wollen darüber hinausgehen, in den globalen Raum. Speerspitze ist schon deshalb der falsche Begriff, weil wir nicht vom Neuen Europäischen Bauhaus finanziert sind.
Wie ist das Bauhaus Erde denn finanziert?
Wir haben von der privaten Niederländisch-Schweizerischen Laudes Stiftung eine Anschubfinanzierung von 2,5 Millionen Euro erhalten. Seit Januar 2022 haben wir eine Förderung vom Ministerium für Wissenschaft Kunst und Kulturen (MWfK) Brandenburg mit 500.000 Euro pro Jahr bei vier Jahren Laufzeit. Gerade zeichnet sich ab, dass wir mit einem sechsstelligen Betrag vom Bundeshaushalt über das Bundesumweltministerium rechnen können. Außerdem werben wir weiter um private, öffentliche und Stiftungsmittel. Wir wollen keine öffentliche Stiftung sein, weil uns öffentliche Fördermittel zu stark binden und experimentelle Themen oft erschweren. Partner wie die Laudes Stiftung sind nicht nur Finanzgeber, sondern bilden auch Teil unseres Netzwerks. Sie regte auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Ibáñez und Guallart an, mit denen wir eine Intervention im Barcelona Pavillon planen.
Daniel Ibáñez und Vicente Guallart leiten in Barcelona das Institute for Advanced Achitecture of Catalonia (IAAC) und haben die Vall­daura Self Sustaining Labs gegründet. Was haben Sie zusammen für den Barcelona Pavillon vor?
Wir wollen zeigen, wie hoch der Material- und CO2-Fußabdruck für den Bau des Barcelona Pavillons war. Die Zahlen lassen sich durch die Rekonstruktion von 1983-86 ziemlich gut nachvollziehen. Außerdem werden wir eine ähnlich große Struktur aus regionalen Materialien direkt daneben errichten. Wir wollen damit provo­zieren und die Debatte anregen. Eröffnung wird Ende September im Rahmen eines Festivals sein, als Auftakt einer langfristigen Zusammenarbeit.
Nach dem Barcelona Pavillon soll der Potsdam Pavillon folgen. Worum geht es da?
Genau, 2023 soll der Potsdam Pavillon aus vollständig regenerativen Materialien entstehen. Er dient als Debatten- und Ausstellungsraum ökologischer Baustoffe, die dann in einem regionalen Ressourcenatlas zusammengefasst werden sollen.
Dann gibt es noch die Charta of Rome…
Sie wird am 9. Juni in Rom vorgestellt und ist eine Charta für regenerative gebaute Umwelt. Die Charta ist ein Call for Action und soll klar machen, warum wir jetzt global handeln müssen, was zu tun und wie es zu tun ist. Als Ergebnis eines kollaborativen Schreibprozesses entstand sie mit vielen Akteuren. Es gibt seit dem Klimaabkommen von Paris 2015 eine Inflation von globalen Agenden, die sich mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen. Sie beziehen sich aber fast nie auf die gebaute Umwelt. Unsere Charta zielt auf diese Lücke. Der Name spielt auch auf den Club of Rome an – die derzeitige Präsidentin ist auch eingeladen – und ist als Abgrenzung zur Charta von Athen von Le Corbusier, also den Prinzipien der modernen Stadt, gedacht.
Die ökologische und die soziale Frage werden gerne gegeneinander ausgespielt. Wie begegnen sie dieser Kritik?
Wir sind beratende Gäste beim Bündnis bezahlbares Wohnen, das vom Bauministerium ausgerufen wurde. Wir wollen da mitwirken, wo Zielkonflikte zwischen ökologischem und sozialen aufzubrechen drohen. Konkret geht es um das Versprechen der neuen Bundesregierung, 400.000 Wohnungen zu bauen, davon 100.000 bezahlbare. Das wichtige Projekt – denn der soziale Zusammenhalt ist durch steigende Mietpreise seit Jahren gefährdet – muss gleichzeitig eine ökologische Bauwende einleiten. Alles andere wäre ein sehr negativer Präzedenzfall.

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