Bauwelt

Zwillingszwang

Parkhaus und Pflanzenhaus in Überlingen

Text: Crone, Benedikt, Berlin

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    "Parkhaus und Pflanzenhaus erscheinen als zwei verwandte, dennoch entsprechend ihrer unterschiedlichen Funktionen differenziert dargestellte Bauwerke, mit einer angemessenen Zurückhaltung in ihrer gesamten Ausprägung."
    Grafik: Architekten

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1.Preis: Schaltraum Architektur
Rendering: Architekten

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1.Preis: Schaltraum Architektur

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Zwillingszwang

Parkhaus und Pflanzenhaus in Überlingen

Text: Crone, Benedikt, Berlin

Zwischen einem Parkhaus und einem Gewächshaus liegen Welten. In einem Parkhaus werden Autos verstaut, in einem Gewächshaus Pflanzen. Ein Parkhaus kommt ohne Tageslicht aus, ein Gewächshaus ist auf Sonne angewiesen.
Das Parkhaus ist ein Ort des Bewahrens: Der Fahrer will sein Auto so vorfinden, wie er es zuvor abgestellt hat. Das Gewächshaus ist ein Ort der Veränderung: Der Betreiber will die Pflanzen so schnell zur Blüte bringen, wie es die Natur aushält. Trotz ihrer Unterschiede sollten diese beiden Welten in einem Realisiserungswettbewerb der Stadt Überlingen am Bodensee eine sie verbindende Gestalt erhalten. Der Grund: die Landesgartenschau 2020, für die am Westeingang der Stadt sowohl ein Parkhaus als auch ein Pflanzenhaus benötigt werden.
Die Auslobung sprach bewusst nicht von einem Gewächs-, sondern von einem Pflanzenhaus, in dem auch die Kakteensammlung der Überlinger Stadtgärtnerei mit bis zu 100 Jahre alten Exemplaren präsentiert werden soll. Erinnerungen an botanische Gartenhäuser des 19. Jahrhunderts, bis zum Crystal Pallace, werden geweckt. Auch das Parkhaus mit 330 Stellplätzen wünschte sich Oberbürgermeisterin Sabine Becker nicht als einfache Parkpalette, sondern als einen „gebauten Auftakt unserer Heimatstadt“. Manche Teilnehmer taten sich jedoch schwer damit, der Lagerfunktion eines Parkhauses eine Gestalt zu geben, die auch mit einem Pflanzenhaus kompatibel ist. Sie versuchten, den Gebäuden eine ähnlich kantig-kubistische Form zu verpassen oder sie mit dem gleichen Material zu umhüllen. Schaltraum Architektur überzeugte die Jury schließlich mit einer ähnlichen Taktung der Pfosten-Riegelkonstruktion beim Pflanzen- und der Fassadengliederung beim Parkhaus, wie sie das Büro auch schon beim Wettbewerb für das Wolfsburger Bildungshaus nutzte (Bauwelt 21).
Entwürfe, die dem Wunsch nach einem Zwillings-Look nicht entsprachen, gingen leider unter. Zum Beispiel das Parkhaus von Birk Heilmeyer und Frenzel, die bereits für eine Parkpalette mit einer Kanthölzer-Fassade in Coesfeld-Lette Preise erhalten haben. In Überlingen diente nun ein Metallgewebe als Hülle. Dass das Parkhaus – abgesehen von den runden Ecken – dadurch nur wenig mit dem Pflanzenhaus gemeinsam hat, schadet weder dem einen noch dem anderen Gebäude. 

1. Preis Schaltraum Architektur, Hamburg
3. Preis KayserArchitekten, Aalen
3. Preis Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken
4. Preis Kersten + Kopp, Berlin
vier Anerkennungen Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart | K9 Architekten, Freiburg | MONO Architekten, Berlin

Fakten
Architekten Schaltraum Architektur, Hamburg; KayserArchitekten, Aalen; Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken
aus Bauwelt 27.2014

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