Ausgestellt und ausgezeichnet

Text: Klingbeil, Kirsten, Berlin; Friedrich, Jan, Berlin; Thein, Florian, Berlin

Ausgestellt und ausgezeichnet

Text: Klingbeil, Kirsten, Berlin; Friedrich, Jan, Berlin; Thein, Florian, Berlin

Am 12. April, mitten in der dritten Welle der Pandemie, ist es endlich klar. Auf der offiziellen Pressekonferenz werden die Gerüchte bestätigt: Die Architekturbiennale in Venedig findet statt – und zwar als Präsenzveranstaltung! Eröffnung am 22. Mai. Ein bisschen Vorfreude, ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Unglaube. Nach Monaten, in denen jedes Kulturereignis entweder in eine Onlineveranstaltung verpackt wurde oder mit einem so stark zusammengeschrumpften Publikum stattfand, dass man sich kaum als Teil eines solchen fühlen konnte, lockt die größte Architekturausstellung der Welt mit einer gleichermaßen simplen wie anspruchsvollen Fragestellung, die durch die letzten Monate noch einmal eine Extraportion Brisanz erfahren hat: How will we live together?
Es werden in diesem Jahr vermutlich weniger Interessierte als sonst nach Venedig kommen können. Noch gelten Reisebeschränkungen, der morgendliche Corona-Test wird die wichtigste Eintrittskarte sein. Viele Beiträge warten mit einem Online-Offline-Konzept auf, sodass man auch aus der Ferne ein bisschen durch die Giardini und das Arsenale flanieren kann. Statt der Menschentrauben, die sich sonst rund um das erste Biennale-Wochenende bei den Pavilloneröffnungen bilden, wird es in diesem Jahr vermutlich eher lange Schlangen geben, in denen man auf den Einlass in den nächsten Pavillon wartet. Dieses kleine Übel nimmt man gern in Kauf, um dann – endlich – durch die sicherlich keinesfalls überfüllten Ausstellungen an diesem besonderen Ort zu schlendern.
Spannend wird das Pfingstwochenende auch für Venedig selbst sein. Die Stadt, in die jährlich über 20 Millionen Touristen einfallen, war in den letzten Monaten immer wieder für Reisende gesperrt. Nun kommen anlässlich der ersten großen Veranstaltung gleich wieder viele Touristen auf einen Schlag. Doch eines ist sicher: Kreuzfahrtschiffe wird man in diesem Jahr keine sehen.

Lacaton & Vassal

Nein, leider haben die diesjährigen Pritzker-Preisträger Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal für ihren Erstling in Frankreich nicht den Bauwelt-Preis für das erste Haus gewonnen. 1993, als das Architektenduo das Haus Latapie realisierte, gab es den Bauwelt-Preis noch nicht. Sonst hätten die beiden sicher allerbeste Chancen gehabt. Denn das Haus hat bereits all die besonderen Qualitäten, für die sie später bekannt geworden sind. Wir haben Ilka Ruby, die die Arbeit von Lacaton & Vassal seit langem publizistisch beglei­tet, für diese Ausgabe gebeten, sich das Haus vor diesem Hintergrund noch einmal ganz genau anzuschauen.

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