Campus, Ort des Austauschs

Das Ergebnis des rheform-Wettbewerbs campus³ zeigt: Obgleich die Pandemie sie weitgehend vom Campus fernhält, schätzen Studentinnen und Studenten den physischen Lernort und zählen auf sein Potenzial für Interaktion.

Text: Schade-Bünsow, Boris, Berlin

    ein 1. Preis Caspar Grützner schlug mit „Rhizom“ die Umnutzung der Bestandsbibliothek der RWTH Aa­chen und ihre Erweiterung um ein Lernzentrum vor.
    Abb.: Verfasser

    ein 1. Preis Caspar Grützner schlug mit „Rhizom“ die Umnutzung der Bestandsbibliothek der RWTH Aa­chen und ihre Erweiterung um ein Lernzentrum vor.

    Abb.: Verfasser

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    Abb.: Verfasser

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    Modell: Verfasser

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    ein 1. Preis Hoda Soliman, Moritz Tücke und Leoni Wittenbecher möchten mit „Reiff 2.0“ einen Ort und Raum des Produzierens, Ausprobierens und Erschaffens für die Architekturfakultät der RWTH Aachen schaffen.
    Abb.: Verfasser

    ein 1. Preis Hoda Soliman, Moritz Tücke und Leoni Wittenbecher möchten mit „Reiff 2.0“ einen Ort und Raum des Produzierens, Ausprobierens und Erschaffens für die Architekturfakultät der RWTH Aachen schaffen.

    Abb.: Verfasser

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    2. Preis Philipp Zenner, David Fritz zeichneten ein Innovations- und Kompetenzzentrum im Konver-sionsgebiet des West­hafens Berlin.
    Abb.: Verfasser

    2. Preis Philipp Zenner, David Fritz zeichneten ein Innovations- und Kompetenzzentrum im Konver-sionsgebiet des West­hafens Berlin.

    Abb.: Verfasser

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Campus, Ort des Austauschs

Das Ergebnis des rheform-Wettbewerbs campus³ zeigt: Obgleich die Pandemie sie weitgehend vom Campus fernhält, schätzen Studentinnen und Studenten den physischen Lernort und zählen auf sein Potenzial für Interaktion.

Text: Schade-Bünsow, Boris, Berlin

Studieren in Pandemiezeiten ist mindestens ungewöhnlich, auf jeden Fall ist es eine einsame Sache. Entwerfen scheint so schiwerig. Beim rheform-Hochschulwettbewerb campus³ war gleich doppeltes Abstraktionsvermögen gefordert: Ein Zurück in die Vor-Pandemiezeiten wird es nicht geben. Zuviel haben wir gelernt über Hybridstudium, digitale Vorlesungen und Seminare, alsdass vorstellbar wäre, diese Tools in Zukunft nicht mehr zu nutzen. Das Ergebnis des Wettbewerbs zeigt allerdings auch den Wunsch der Studierenden nach sozialer Inter­aktion an der Hochschule. Feste, vordefinierte Orte spielen dabei kaum noch eine Rolle – der Campus der Zukunft ist flexibler und multifunk­tional. Im Concours wurden zwei erste Preise und ein zweiter Preis verliehen.
Der Entwurf „Rhizom – Zentrum für vernetztes Lernen und Forschen“, ein erster Preis, schlägt die Erweiterung einer Bestandsbibliothek der RWTH Aachen um zwei Baukörper so­-wie, darin eingebettet, ein neues Lernzentrum vor. Überzeugend ist vor allem die Veränderung der Bibliothek, die aus zwei rechtwinklig zueinanderstehenden Gebäudeteilen besteht. Hier wird nicht nur ein einfacher Umbau realisiert, sondern eine komplette inhaltliche und bau­liche Umgestaltung vorgenommen, die das Vor­-gefundene weiterdenkt. Die geschickt gesetz­ten Volumina und ihre Verbindung ergeben eine Raumfolge. Es entstehen ebenso kleinteilige Außenräume, die eine Lesbarkeit des Komplexes erleichtern, wie große zusammenhängende Flächen, die zum Verweilen oder Lernen einladen.
Im ebenfalls aus Aachen stammenden, ebenfalls erstplatzierten Projekt „Reiff 2.0 – Nachhaltigkeit durch Umnutzung und Wandelbarkeit“ soll ein Seminargebäude aus den Siebzigerjah­-ren zum Ort der Interaktion werden. Produzieren und Experimentieren – der Schaffensprozess – stehen im Vordergrund, nicht die Repräsentation fertiger Ideen, die findet im gleichnamigen Museum lang schon Raum. Die Flexibilität der Nutzung innerhalb der Bestandsvorgaben ist klug gelöst. Auf der Südseite ermöglichen vorgesetzte Laubengänge die großflächige Öffnung der Fassade. Die angrenzenden Räume gewinnen an Transparenz und sind zugleich vor direktem Sonnenlicht und Hitze geschützt – die Konstruktionen koppelt geschickt gestaltgebende und funktionale Aspekte.
Im Westhafen Berlin soll ein Innovations- und Kompetenzzentrum entstehen. Der zweitplatzierte Entwurf trägt als Campus für Wissenschaft, Forschung und innovatives produzierendes Gewerbe zur Konversion des Industriegeländes bei. Das viergeschossige Bauwerk aus Recycling-Klinker und Holztragwerk umfasst einen Hof von 80 x 140 Metern und entspricht in seiner Maßstäblichkeit dem umliegenden Baubestand aus denkmalgeschützten Lagerhäusern und modernen Industrie- und Hafenanlagen. Im Erdgeschoss sind Cafés und Büros vorgesehen, außerdem Lieferzonen. Die zwei Geschosse darüber sind funktionsoffene, doppelgeschossige Hallen. Obenauf befinden sich Lernflächen. Rundum sind Ausblicke auf den Hof und das Hafengebiet gegeben. Der große „Forschungshof“, der von einem Portalkran überspannt wird, bietet Raum für temporäre Bauten und Nutzungen vom Materialexperiment bis hin zur Kinovorstellung. Er ist über fünf großzügige Portale unter flachen Rundbögen erschlossen, und steht auch Passanten offen.
Hochschulwettbewerb
ein 1. Preis (2000 Euro) Hoda Soliman, Moritz Tücke,
Leoni Wittenbecher, RWTH Aachen
ein 1. Preis (2000 Euro) Caspar Grützner, RWTH Aachen
2.Preis (1000 Euro) Philipp Zenner, David Fritz,
TU München
Jury
Yvonne Dorf, Marion Duisberg, Andreas Hild (Vorsitz),
Joachim Heintze, Boris Schade-Bünsow
Ausloberin
rheform – EntwicklungsManagement

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