Gemeinsam jetzt

Boris Schade-Bünsow und die ehrenvollste Aufgabe

Text: Schade-Bünsow, Boris, Berlin


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Boris Schade-Bünsow und die ehrenvollste Aufgabe

Text: Schade-Bünsow, Boris, Berlin

Mies und die unvollendete Moderne, IBA Heidelberg: Das Finale, Mythos Handwerk zwischen Ideal und Alltag, Transformation: Mobilität neu gedacht, Schön hier: Architektur auf dem Land, Antonio De Campos: Konzepte für Zaha Ha­did, Architecture Matters 2022: Dense City und dazu die zahlreichen Lehrveranstaltungen, Seminare und Tutorien in Darmstadt, München, Berlin und in allen anderen gut 80 Architekturfakultäten in Deutschland. Und auch der Bauwelt Kongress „Die 15 Minuten Stadt“ im Kino International gehört zu der enormen Anzahl und Dich­te der Architekturveranstaltungen in den „warmen“ Monaten – sie übertreffen alles, was wir in den Jahren vor der Pandemie erlebten. Nachgeholt wird nun, was in den vergangenen 24 Monaten digital oder allerhöchstens im kleinsten Kreis stattfand. Treffen sind wieder möglich, die Covid-Maßnahmen überschaubar. Und doch schwebt über all dem die moralische Frage, die jeder für sich selbst beantwortet: Darf ich in den Zeiten des unsäglichen Angriffskrieges von Wladimir Putin und dem Leid und Unrecht, welches damit verbunden ist, überhaupt an diesen Veranstaltungen teilnehmen? Aus meiner Sicht, ja.
Die ehrenvollste Aufgabe von Architektin­nen und Architekten, von Planern, Ingenieurinnen und allen anderen am Bau Beteiligten ist die Schaffung von Wohnraum. Gefolgt von Stätten zum Lehren und Lernen, Orten der Heilung, Kathedralen der Kunst, Kultur und Spiritualität, für Sport und Vergnügen und für Mobilität, Erholung und Freizeit. All dieser Raum dient der bestmöglichen Entfaltung und Entwicklung der Gesellschaft, deswegen muss er so gut wie möglich unter allen Aspekten geplant und gebaut werden. Das gelingt nur in Netzwerken, partizipatorischen Prozessen und mit einer persönlichen, beruflichen Entwicklung von uns allen, die eine kontinuierlichen Weiterbildung einschließt. Dafür brauchen wir die Vorlesungssäle, Galerien, die Akademien, Ausstellungsräume, die Messen und die Kongresse, die Tage und Abende gefüllt mit stundenlangen Diskussionen in der Sache konstruktiv und gerne auch kontrovers über Städtebau und Architektur. Immer auf der Suche nach dem bestmöglichen Resultat für unsere gebaute Umwelt. Es unser aller Verantwortung, diese Aufgabe anzunehmen.

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